Silvester und die Angst bei den Tieren

Aktualisiert: 11. Dez 2019

Nun hat der Verkauf von Böllern wieder begonnen...

Eigentlich sind wir mit unserem Silvesterbeitrag damit mindestens 3 Wochen zu spät dran, aber besser spät als nie. 





Das Wichtigste zuerst: 

Sichern Sie Ihre Tiere! Katzen sollten in der Wohnung bleiben, Hunde sollten nicht mehr abgeleint werden und ängstliche Hunde sollten möglichst doppelt gesichert werden. Den Hundespaziergang kann man zum Beispiel durch kurze Autofahrt auf ein abgelegenes Waldstück verlegen um Wohngebiete, wo meist schon vorher geknallert wird, zu meiden.





Maßnahmen um die Angstquelle abzumildern:

- Alle Fenster schließen und abdunkeln, damit kein Licht von draußen eindringt 

- Lieblingsorte und Rückzugsorte zugänglich machen

- Hintergrundgeräusche laufen lassen (die Geräusche sollten bekannt sein und nicht nur an Silvester benutzt werden, Hunde stehen auf Tierfilme als Ablenkung 

;-) )


Was mache ich, wenn mein Tier ängstlich reagiert?

- Grundsätzlich sollten Tiere mit Geräuschangst bei Feuerwerk und Gewitter nie allein gelassen werden 

- Als Bezugsperson müssen Sie der Fels in der Brandung sein, dass bedeutet selbst ruhig, gelassen und souverän zu bleiben

- lassen sie ihrem Tier die gewohnte Aufmerksamkeit zukommen, die Annahme das Angst durch streicheln verstärkt werden kann gilt als überholt, Reaktionen wie vermehrtes Zittern auf Streicheleinheiten wird als aufmerksamsamkeitsheischendes Verhalten interpretiert

- Übermäßiges "Bemuttern" kann allerdings vom Tier als Angst Ihrerseits interpretiert werden und ist damit negativ, da es zu einer Angstübertragung kommen kann

- Auf gar keinen Fall sollte man aber die kalte Schulter zeigen, wenn man mit seinem Liebling immer auf dem Sofa kuschelt, muss man dies auch weiterhin tun

- Lenken sie ihr Tier durch Spielen, Leckerlies und Kommandotrainnig ab, bestärken Sie nicht-ängstliche Verhalten (auch wenn es entspannt im Körbchen liegen ist)

- wenn ihr Liebling jedoch schon starken Stress ausgesetzt ist, ist sein Denk- und Lernverhalten durch die Hormonfreisetzung stark vermindert, Aufgaben ihrerseits können den Stress dann noch zusätzlich verstärken




Bei Jungtieren- das erste Silvester: 

- Grundsätzlich so verhalten wie oben beschrieben 

- Konditionieren: wir nutzen die Pawlosche Regel, welche wir alle im Biologieunterricht gelernt haben = ein Knall ein Leckerli, ganz viel Knaller ganz viel Leckerli (also am besten etwas am regulärem Futter sparen an Silvester, damit auch noch Hunger vorhanden ist)


Weitere Unterstützungmöglichkeiten:

- Leicht ängstlichen Tieren reichen Pheromone (Feliway für Katzen oder Adaptil für Hunde) und Futterergänzungsmittel (Zylexis, Relaxan und Co.)

- Panischen Tieren sollte mit Medikamenten geholfen werden: Ob für den individuellen Fall Dexmedetomidin, Benzodiazepine, Pexion oder weiteres geeignet ist, sollte in einem persönlichen Gespräch ermittelt

- In allen Fällen sollte man rechtzeitig handeln, da viele Mittel eingeschlichen werden und bereits ab Weihnachten gegeben werden müssen

- Zu dem Thema Eierlikör für Hunde: Wem es hilft, der sollte nicht zwingend davon abkommen. Jedoch sei gesagt, dass Hunde Alkohol schlechter verstoffwechseln als ihre Zweibeiner, aber die Schwankungsbreite der Wirkung ähnlich hoch ist. Daher ist auch eine Dosisempfehlung sehr mit Vorsicht zu genießen. Wir raten von der Verwendung ab.



Wir hoffen hiermit noch etwas Hilfestellung für Silvester stellen zu können und wünschen allen zukünftigen Patienten und ihren Besitzern einen möglichst ruhigen Rutsch in das neue Jahr. 

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