Tierkrankenversicherung - man hofft, dass es sich nicht lohnt

Aktualisiert: 30. Dez 2019

Vielleicht sind sie als Tierbesitzer von Hund und/oder Katze schon einmal über das Thema gestolpert. Es gibt von Jahr zu Jahr mehr Anbieter von Tierkrankenversicherungen auf dem Markt, die Auswahl und damit auch die Verunsicherung wächst.


Besonders Welpenbesitzer sollten sich mit dem Thema Tierkrankenversicherung auseinander setzen

Brauch ich das denn überhaupt? Lohnt sich das?

Wir sagen ganz deutlich JA, wenn es zu ihrem Tier das passende Angebot gibt.

Oft fallen die größeren Behandlungskosten erst mit dem Alter der Tiere an. Dann ist es jedoch meist zu spät für eine Versicherung. Denn viele Versicherer nehmen keine Hunde die älter als 7 Jahre sind mehr auf. Auch steigt der fällige Monatsbeitrag mit jedem Lebensjahr des Tieres an. Manche Versicherer bleiben beim Startpreis, andere erhöhen jährlich.

Es macht also vor allem Sinn sich bei Jungtieren mit dem Thema auseinander zusetzen.


Was leisten denn die Versicherer?

Es gibt im Allgemeinen 2 verschiedene Arten der Tierkrankenversicherung.

Die ältere und häufigere Variante ist eine reine OP-Versicherung. Dabei zahlt die Versicherung, wenn ein operativer Eingriff in Narkose erfolgt, inklusive deren Nachbehandlung für einen festgelegten Zeitraum.

Bei der zweiten Variante handelt es sich um eine Krankenversicherung im engeren Sinne. Diese übernimmt also auch die Kosten bei internistischen Erkrankungen. Welche ja wesentlich häufiger auftreten, zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen, Erkrankungen der Atemwege, Hauterkrankungen.

Je nach Versicherungsumfang sind dabei auch Prophylaxemaßnahmen bis zu einem bestimmten Jahresbeitrag mit abgedeckt. Fragen Sie dafür Ihren Tierarzt mit wie viel Geld sie ca. für jährliches Impfen, Wurmkuren und Zecken- Flohprophylaxe rechnen müssen.


"Das lohnt sich doch aber vielleicht nicht. Ich informiere mich mal (bei Google)"


Vor dem Schreiben dieses Artikels haben wir ebenfalls die Suchmaschine bemüht. Fazit der ersten 3 Informationsseiten zu dem Thema (Stiftung Warentest, Verbraucherschutz und co. ): Tierkrankenversicherungen lohnen sich nicht.


Mal blöd gefragt: Wollen sie, dass sich Ihre Hausratversicherung lohnt, weil bei Ihnen eingebrochen wurde?


Natürlich hofft jeder, dass sich die Tierarztkosten auf die Prophylaxemaßnahmen beschränken. Aber ein falscher Schritt mit der Pfote in die Glasscherbe im Park und schon können Behandlungskosten von 150-200€ auf sie zukommen.


Eine kleine Scherbe kann viel Arbeit bedeuten...


Ein einfacher Durchfall ist schnell mal mit Hausmittelchen behandelt, aber wenn die Magen-Darmprobleme komplizierter und länger andauern, laufen auch mal 200€ oder mehr zusammen, schon allein durch die Laboruntersuchungen.

Die 5-jährige Labrador hat ausgiebig im Park gespielt und plötzlich läuft er dreibeinig? Diagnose Kreuzbandriss? Bei der Hundegröße liegen die OP-kosten schnell im Bereich von 2000-3000€.






Wir erleben es leider immer wieder, dass wir bei unseren Patienten erstmal nur das nötigste machen können/dürfen. Da die wünschenswerte Therapie und Diagnostik gerade nicht drin sind im Geldbeutel und entgegen einiger Wunschvorstellung können wir Tierärzte leider weder uns noch unsere Angestellten von Luft und Liebe ernähren.


Da dieses Problem aus vielen Praxen bekannt ist, hat auch die Bundestierärztekammer diese Jahr in einer Pressemitteilung eine klare Empfehlung zur Krankenversicherung heraus gebracht. Dort ist auch zu finden, auf welche Bedingungen man beim Vertragsabschluss achten sollte:


- freie Tierarztwahl

- Therapiefreiheit des Tierarztes

- Durchführung von regelmäßigen Prophylaxemaßnahmen wie Impfungen, Geriatriescreening und Gesundheitschecks

- Operationen und deren Nachsorge

- Kostenübernahme bis zum dreifachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte

(GOT), damit z. B. auch Notfälle und Unfälle abgedeckt sind

- es sollte transparent sein, welche Leistungen und Kriterien vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind (z. B. Altersgrenze, Erbkrankheiten, chronische Krankheiten, Naturheilverfahren, Operationen)


Wir wünschen uns für die Zukunft, dass mehr Tiere versichert sind. Ähnlich wie es schon in Großbritannien und Skandinavien der Fall ist. Auch wenn es "nur" der OP-Schutz ist. Es gewinnen Sie, Ihr Tier und wir, wenn wir die Therapieentscheidungen nicht allein vom Geldbeutel abhängig machen müssen. Gerade wenn sie die Zahlen aus dem oben genannten Beispielen frösteln lassen, ist es wichtig ihr Tier abgesichert zu wissen. Damit erspart es uns Tierärzten vielleicht den einen oder anderen hohen Außenstand der sich mit der Zeit "dank" unserer Tierliebe anhäuft.

Wir sind keine Versicherungsexperten oder -makler, aber bei Fragen können sie sich trotzdem gern an uns wenden.




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